Meine Geschichte beginnt nicht im gleißenden Licht einer Metropole, sondern in der gedämpften Akustik eines grauen Vororts von Zürich. Hier, wo die Häuserreihen einander glichen und der Rhythmus des Alltags von strengen Erwartungen und gepflegten Vorgärten bestimmt wurde, wuchs ich mit einem Blick auf, der stets zum Horizont gerichtet war. Für mich war die Vorstadt nie ein Ort der Idylle, sondern ein Raum des Wartens und der vorsichtigen Anpassung. Das Grau des Betons war die Leinwand, auf die ich meine geheimen Sehnsüchte projizierte. Sehnsüchte nach einer Welt, die bunter, lauter und vor allem wahrhaftiger war als das bürgerliche Korsett meiner Umgebung.
Schon früh faszinierte mich die Silhouette der nahen Stadt. Zürich war für mich nicht nur ein geografisches Ziel, sondern ein Versprechen auf jene Freiheit, die ich damals nur aus Büchern kannte. Während andere in der Vorstadt verwurzelten, verlor ich mich in meinen eigenen Texten. Das Schreiben war mein einziger sicherer Raum, ein Ort, an dem ich die Fragen stellen durfte, für die es in meinem Umfeld keine Sprache gab. Es war meine persönliche Geburtsstunde als Autor; heute versuche ich, genau diese leisen Töne des queeren Aufbruchs in meinen Geschichten einzufangen.
Der Moment, in dem ich den Sprung vom grauen Vorort in das Herz der Stadt schaffte, war für mich mehr als nur ein Umzug, es war eine Befreiung. Die pulsierenden Straßen Zürichs und die lebendige Community wurden zu meinem neuen Zuhause. Doch es war vor allem die Zeit in London, die meine literarische Identität endgültig formte. In der britischen Metropole fand ich die radikale Offenheit und die Vielfalt der LGBTQ+-Kultur, die ich so lange vermisst hatte. London lehrte mich, dass queere Geschichten nicht nur am Rand existieren dürfen, sondern genau in das Zentrum der Erzählung gehören.
In meinen Werken ist die queere Wahrnehmung kein bloßes Randthema, sondern das Fundament. Ich schreibe über die Komplexität des Coming-outs, über Freunde, über die Familie und über die Suche nach Liebe in einer Welt, die uns queere Menschen oft noch immer vor Herausforderungen stellt. Ich möchte jenen eine Stimme geben, die lernen mussten, sich selbst treu zu bleiben, während die Welt um sie herum nach Konformität verlangte. Meine Geschichten sind eine Hommage an die Vielfalt des Seins. Mal laut und kämpferisch, mal leise und tief melancholisch.

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