Patrick's Landing
Peter Nathschläger
- Sprache
- Deutsch
- Erscheinungsdatum
- 1. Aufl., erschienen am 30.08.2006
- Format
- Paperback
- ISBN
- 9783934825666
Peter Nathschläger
Mit „Patrick’s Landing“ legt Peter Nathschläger einen intensiven, tragischen und emotional aufwühlenden Roman vor. Das Buch ist beim Himmelstürmer Verlag erschienen und wird dort als schwuler Roman sowie als Teil der Gay Krimi und Thriller Kategorie geführt. Im Mittelpunkt steht Patrick, ein junger Camper, der Opfer brutaler Gewalt wird und schwer verletzt vom alten Schriftsteller Robert Walden gefunden wird.
Die Handlung beginnt mit einem schockierenden Ereignis: Drei Jugendliche überwältigen und foltern einen jungen Camper, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Nach einem Unwetter entdeckt Robert Walden den schwer verletzten Jungen und bringt ihn in sein Farmhaus am Fuße des Glacier National Parks. Da er keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen kann und Patrick nicht in ein Krankenhaus bringen kann, entscheidet er sich, selbst für ihn zu sorgen.
Während in der Stadt die Suche nach Patrick, dem verschwundenen Sohn von Mark Fletcher, beginnt, entsteht zwischen Patrick und Robert Walden eine besondere Freundschaft. Doch diese Nähe wird zunehmend von tragischen Ereignissen überschattet. Patrick verliert immer wieder das Bewusstsein und wird von Visionen heimgesucht. Dabei erinnern ihn seine Gedanken an das, was er falsch gemacht hat, aber auch an seine Liebe zu seinem besten Freund Caio.
„Patrick’s Landing“ ist ein Roman über Gewalt, Verlust, Erinnerung und junge Liebe. Peter Nathschläger beschreibt eine Geschichte, die tief unter die Haut geht und laut Verlag den Abschluss seiner Montana-Trilogie bildet. Diese begann mit „Dunkle Flüsse“, wurde mit „Es gibt keine UFOs über Montana“ fortgesetzt und findet mit „Patrick’s Landing“ ihren Abschluss.
Der Autor selbst beschreibt das Buch als würdigen Abschluss dieser kleinen Trilogie. Er wollte noch einmal in Montana bleiben, Robert Walden begegnen und eine Geschichte erzählen, die sich immer tragischer entwickelte. Gerade diese Konsequenz macht den Roman zu einer intensiven Lektüre über Freundschaft, Liebe und Tod.
Ich möchte mich kurzhalten. Dieses Buch ist bisher eines der spannendsten und sogleich auch traurigsten Bücher, die ich unter den Gayromanen kenne. Ich habe dieses Buch innerhalb von 3 Stunden durchgelesen, man kann es einfach nicht zur Seite legen außer wenn die Tränen schon kommen, es ist ein sehr emotional ergreifendes Buch. Und es hat zum Glück sehr wenig, bzw. gar nichts mit den typischen schwulen Büchern zu tun wo es nur um Sex geht. Man muss es gelesen haben!!
Mit PN scheint sich ein Autor im schwulen Literaturbetrieb etabliert zu haben, der erst ganz zum Schluss das intellektuelle Wohlbefinden seiner Leser im Visier hat. Und das ist fein - man erspart sich eitle Wortgespinste, vom Autor ins Haar des geneigten Lesers gesponnen, und bekommt eine vordergründig einfache Geschichte aufgetischt. Mit allen Ecken und Kanten, vor allem aber wahrhaftig. Und ziemlich bluttriefend. Die Geschichte eines Teenagertodes ist in den Bergen Montanas perfekt aufgehoben - die Kulisse harmoniert perfekt mit dem langsamen und schmerzhaften Abschied des gefolterten Teenagers. Obwohl die Geschichte durchaus einfach zu lesen ist, ist sie doch auch komplex, und ermöglicht es, sie mehrdeutig zu lesen - wenn man sich erst einmal aus der empörten "Mann ist das brutal!" Aufregung frei gezappelt hat. Tatsächlich ist die Geschichte vielschichtig und lässt unterschiedliche Deutungen zu. Vier Sterne, weil PN doch hin und wieder zu oft auf Hackfleisch setzt. Das hätte er eleganter, aber auch drastischer beschreiben können. Dass er Brutalitäten im Kopf des Lesers plastisch darstellen kann, ohne sie wirklich zu beschreiben, hat er ja auch schon bewiesen. Wird also Zeit, dass dieser Fast Food Produzent schwuler Literatur (Hochgeschwindigkeitsliteratur, um einen anderen Rezensenten PNs zu bemühen) zum Haubenkoch moderner Literatur mutiert. Das Talent ist eindeutig da. Nur schleifen müsste man da und dort noch...
Man braucht ungefähr doppelt so lange, um sich von dem Inhalt des Buches zu lösen, als man braucht, um es zu lesen. Ein schmales und schmerzhaftes Buch. Diesmal aber nicht wegen dem Ausmaß an beschriebener Gewalt, sondern weil die ganze Handlung erbarmungslos auf ein Ende zusteuert, wie man es einfach nicht lesen will. Und doch muss. In diesem Buch gibt es kein Happy End, keine Versöhnung, keine versöhnliche Geste; nein, es gibt einen ganzen leisen Hauch von Licht am Ende. Und gerade dieser Lichtstreifen schmerzt zutiefst. Im Grunde genommen geht es um einen Jungen, der seinen Tod geradezu herbeisehnt, und um einen alten Schriftsteller, der hin- und hergerissen zwischen der Verpflichtung zu helfen und seinem Unvermögen, das auch wirklich zu tun, aufgerieben wird. Die Geschichte erzählt auch bedrückend plastisch, wie aus der Sorge von Eltern um ihr Kind langsam Panik wird und zum Schluss pures Grauen. Peter Nathschlägers sogartig-leise Huldigung an den 1998 ermordeten Matthew Sheppard streift nur am Rande das Verbrechen selbst, dem Patrick zum Opfer fällt, sondern befasst sich in erster Linie mit der Aufarbeitung eines jungen Lebens. Zuerst die Angst, nie wieder gesund zu werden, dass sich elterliche Liebe nur noch durch Besorgnis zeigt; und zum Schluss die Gewissheit, sterben zu müssen mit der allumfassenden Angst, "dass der Himmel mich nicht mag". Der alte Schriftsteller als Katalysator ist mit großer, aber nicht perfekter Menschlichkeit gezeichnet, was die Figur umso glaubwürdiger erscheinen lässt. Und der letzte Satz des Buches treibt dem hartgesottensten Leser die Tränen in die Augen. Aber nur, wenn man das ganze Buch gelesen hat. Aufrichtiger, schmerzhafter und suggestiver kann ein Abschied kaum erzählt werden
Schade, dass dies der letzte Teil seiner Montanatrilogie ist. Wie auch die beiden vorhergehenden Bücher ("Es gibt keine Ufos"..., und "Dunkle Flüsse") schildert Nathschläger einfühlsam und mitreißend das Schicksal seiner Hauptfiguren: Hier der 16jährige Patrick und der alte Schriftsteller Robert Walden. Beide haben wir schon in den vorhergehenden Büchern kennengelernt. Patricks Liebe zu seinem besten Freund, aber auch der Hass einiger Jugendlicher auf Schwule stehen im Mittelpunkt dieses spannenden Romanes.
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