aktuelles Zusammenleben / 26. Juni 2026

Peter Nissen-Hahn über sein neues Buch: „Fast alles gut“

      Mein Name ist Peter Nissen-Hahn. Ich komme aus dem Münsterland, habe fünfzehn Jahre in Hamburg gelebt und lebe heute wieder dort, wo ich aufgewachsen bin. Ein Schritt, den viele nicht erwartet.

Peter Nissen-Hahn über sein neues Buch: „Fast alles gut“

 

 

Autor Peter Nissen

 

Mein Name ist Peter Nissen-Hahn. Ich komme aus dem Münsterland, habe fünfzehn Jahre in Hamburg gelebt und lebe heute wieder dort, wo ich aufgewachsen bin. Ein Schritt, den viele nicht erwartet hätten, mich eingeschlossen. Als schwuler Mann vom Land habe ich lange nach Geschichten gesucht, in denen ich mich wiederfinden konnte. Heute schreibe ich diese selbst. Geschichten von Menschen, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen wie ich mich. Die nicht nur in den Szenevierteln großer Städte leben, sondern auch dort, wo ich herkomme. Zwischen Dorfstraßen, Familienfeiern und der Frage, wie man seinen eigenen Weg findet, wenn es dafür keine fertige Anleitung gibt.

Warum ich schreibe? Vermutlich, weil mich Menschen interessieren.

Mich interessieren die Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind. Wo gehöre ich hin? Was macht mich aus? Wie viel Ehrlichkeit verträgt eine Beziehung? Was passiert, wenn man merkt, dass das Leben zwar gut ist, aber vielleicht nicht mehr ganz zu dem Menschen passt, der man geworden ist?
Genau dort beginnen für mich Geschichten.

Cover Fast alles Gut

Ich schreibe aus einer schwulen Perspektive, nicht als Abgrenzung, sondern weil sie zu meinem Leben gehört. Lange Zeit habe ich in Büchern kaum Menschen gefunden, deren Lebenswirklichkeit meiner ähnlich war. Vor allem nicht auf dem Land. Dabei gibt es queeres Leben überall, im Münsterland genauso wie in Hamburg, zwischen Dorfstraßen und Feldern genauso wie in den Großstädten.

Deshalb ist mir Sichtbarkeit wichtig. Nicht als großes Programm, sondern als etwas Selbstverständliches. Queere Menschen müssen nicht immer eine Botschaft mitbringen. Sie verlieben sich, streiten sich, treffen falsche Entscheidungen, haben Zweifel und Hoffnungen wie alle anderen auch. Genau davon möchte ich erzählen.

Mich interessieren dabei weniger die großen Dramen als die kleinen Verschiebungen. Die Gespräche, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Begegnungen, die etwas ins Wanken bringen. Momente, in denen Menschen anfangen, sich selbst ehrlicher zu betrachten.

In meinem Roman Fast Alles Gut steckt genau dieser Gedanke. Johannes führt ein Leben, um das ihn viele beneiden würden. Eine lange Beziehung, Vertrautheit, Sicherheit. Eigentlich ist alles gut, aber manchmal steckt in diesem „eigentlich“ eine ganze Geschichte. Mich fasziniert dieser Moment, in dem jemand merkt, dass eine Frage nicht mehr verschwinden wird, nur weil man sie ignoriert.

Am Ende geht es mir nicht um Etiketten. Es geht um Menschen. Um Zugehörigkeit, Freundschaft, Liebe und die Suche nach dem eigenen Platz. Nicht, weil ich glaube, darauf Antworten zu haben, sondern weil ich die Fragen spannend finde.

Da das Leben trotz allem selten nur ernst ist, darf in meinen Büchern auch gelacht werden. Oft sind es gerade die schrägen, peinlichen oder völlig alltäglichen Momente, die uns am meisten über uns selbst verraten. Wer schon einmal versucht hat, ein tiefgründiges Gespräch zu führen und dabei komplett an den eigenen Gefühlen vorbeizureden, weiß vermutlich, was ich meine.

Vielleicht schreibe ich genau deshalb Romane: weil Geschichten zeigen können, dass wir mit unseren Fragen nicht allein sind. Manchmal reicht eben schon ein Buch, damit sich jemand ein bisschen mehr gesehen fühlt.

Das buch ist in einigen Tagen in allen Buchhandlungen erhältlich bez. muss dort bestellt werden.

Oder aber direkt bei uns im Shop als print oder Ebook,

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