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Marokko Adieu

Autoren:Lothar Niklas
geprüfte Gesamtbewertungen (2 Kundenbewertungen)

5,00 12,99 

  • Softcover : 210 Seiten
  • Verlag: Himmelstürmer
  • Autor: Lothar Niklas
  • Auflage: 1. Aufl., erschienen am 13.02.2015
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-86361-446-1
  • ISBN-13: 978-3-86361-446-1
  • Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 20,8 cm

Artikelnummer: 9783863614461 Kategorien: , Schlagwörter: , , , , ,

Nach sechs Jahren in Marokko wird Machmud – ein Deutscher, der zur besseren Integration diesen Namen angenommen hatte – zum Opfer einer brutalen polizeilichen Willküraktion, in deren Verlauf sich sein Freund Tijani das Leben nimmt. Zur Vertuschung der Ereignisse soll er nach Europa abgeschoben werden, daher machen sich zwei Inspektoren mit ihm in einem Überlandbus auf die Reise nach Norden.

Ein Psychothriller von oft kaum noch zu ertragender Spannung und Dramatik – immer wieder unterbrochen von Rückblicken auf erotische und sexuelle Abenteuer, die man sich nicht ausdenken kann, sondern die man erlebt haben muss.

Gewicht 300 g
Größe 21 × 15 × 1,4 cm
Buchformat

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Marke

Himmelstürmer Verlag

2 Bewertungen für Marokko Adieu

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Basierend auf 2 Bewertungen
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  1. M. Schemm

    Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, im Bereich Schwulenliteratur noch mal einen Lichtblick zu erleben. Das lag wohl kaum an übertriebenen Erwartungen, denn ich wollte doch einfach nur eine gute Geschichte, die gut erzählt wird. Und bei fast allem, was ich fand, haperte es an beidem. Aber dann stieß ich zufällig auf Marokko Adieu und dachte schon nach wenigen Seiten: Na also – geht doch! Und dabei war ich vollkommen ahnungslos, was da noch alles auf mich zukommen würde. Denn diese Geschichte eines höchst ungewöhnlichen Deutschen, der in Marokko eine Art ,sexuelles Asyl? sucht und für den das gefundene Paradies nach einigen Jahren unversehens zur Hölle wird, wächst immer weiter in unvorhersehbare Bereiche. Und sie zieht einen dermaßen in ihren Bann, dass man in den Tagen, in denen man sie liest, kaum noch an etwas anderes denken kann. Wie bei Belletristik üblich, findet man auch hier am Anfang den Hinweis: Personen und Handlung sind frei erfunden. Und üblicher Weise denkt sicher mancher so wie ich: Wie überflüssig, weil man das ja meistens sowieso spürt. Aber hier ist es anders und geradezu umgekehrt, denn man kann dieses frei erfunden einfach nicht glauben. Dafür fühlt sich das alles viel zu echt an. Und wenn es tatsächlich frei erfunden ist, kann man nur sagen: Der Mann hat wirklich Phantasie. Ebenso beneidenswert wie beängstigend. Ein entscheidender Knackpunkt (und wohl nicht nur für schwule Autoren) sind immer die Sexszenen. Meistens wird hier auch noch der letzte schriftstellerische Anspruch über Bord geworfen, und es wird – zumindest für meinen Geschmack – irgendwas zwischen primitiv und peinlich. Oder die Sache kommt ganz einfach nicht übers Banale hinaus. Auch das ist hier vollkommen anders gelöst worden und das Ergebnis ist in jedem Sinne ein Genuss. Vielleicht ja, weil der Autor nicht mit letztlich doch verklemmt wirkender Lüsternheit an solche Szenen herangeht, sondern wirklich locker und mit einer guten Portion oft sehr subtilen Humors. Insgesamt ist hier wohl so etwas wie eine klassische Tragikomödie gelungen – eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Mal vergisst man vor Spannung das Atmen, gerät vor Mitgefühl in echte Trauer oder empfindet echte Wut. Aber dann folgen auch wieder äußerst komische Episoden und man muss frei heraus loslachen. Bis einem das Lachen im Halse steckenbleibt und man sich wieder am anderen Ende der Gefühlsskala wiederfindet. Fazit: Hut ab – bravo – und bitte mehr davon.

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  2. Michael Pfleumer

    Was bringt einen dreißigjährigen Deutschen dazu, quasi von heute auf morgen nach Marokko umzusiedeln? Er findet schwules Leben daheim ,trostlos? und ist mit der dortigen Szene – ,mit ihren Orten und Zeiten und Herangehensweisen von Natur aus nicht kompatibel?. Er findet den Gedanken bedrohlich, allein wegen fortschreitenden Alters, irgendwann draußen zu sein und nicht mehr frei wählen zu können. Er hofft bzw. er spürt, dass sein unbeschwertes Verständnis von Homosexualität (in Marokko) zu einem entsprechend unbeschwerten Ausdruck finden könnte. Andrerseits fürchtet er, wenn er seinem Gespür nicht Folge leistet, sich irgendwann in grauer Zukunft den Vorwurf machen zu müssen, nicht hinter seinen Träumen hergelaufen zu sein. Und für dieses Versäumnis würde er sich selbst verachten. Und er würde sich zu Recht verachten. Spätestens nach Kenntnisnahme solch kompromissloser Gedanken wird klar, dass es sich bei Marokko Adieu um keine seichte Unterhaltung handelt. Die Ereignisse sind mal dramatisch und zum Teil brutal, mal urkomisch und zum Teil absurd, mal sexy und zum Teil einfach geil. Aber im Hintergrund werden durchaus existenzielle Fragen aufgeworfen: Ist es ratsam, hinter seinen Träumen herzulaufen? Oder sollte man sich das Träumen besser ganz abgewöhnen? Wie ist das mit dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach? Ist die sichere ,kleine Zufriedenheit? nicht doch besser als das womöglich ja halluzinierte ,große Glück?? So manchem Schwulen wird der Gedanke, ob es ,woanders? in dieser ganz speziellen Angelegenheit eventuell ,besser? sein könnte, nicht vollkommen fremd sein. Es sei denn, er hätte sich quasi von Hause aus auf die leichtfertige Position ,der Vorfahren? zurückgezogen: Ja, ja, woanders ist es sowieso immer besser. – Dabei mag dieses ,woanders? für manche gar nicht so weit weg liegen und beispielsweise Berlin heißen, für manch andere San Francisco und für wieder andere Thailand, Sri Lanka oder eben Marokko. Eine ganz andere Frage, die in diesem Roman behandelt wird und die, wie ich glaube, ebenfalls bestens in die heutige Zeit passt, lautet: Wofür lohnt es sich noch zu kämpfen, wenn irgendwie nichts mehr wirklich sinnvoll zu sein scheint? Und ganz gleich, zu welchem Schluss jeder einzelne nach Lektüre von Marokko Adieu kommen wird, ist eines absolut ausgeschlossen: Dass ihn diese Geschichte mitsamt all den Fragen im Hintergrund vollkommen kalt gelassen hat. Als besonders treffsichere Dramaturgie empfinde ich es übrigens, dass der Autor wohl von vornherein auf eine extreme und extrem eigenwillige Art von Happy End abgezielt hat, die einen nur in dem Sinne ,glücklich? macht, dass diese immer weiter und immer quälender anwachsende Spannung endlich nachlässt.

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