Monique Mischnik berichtet, ihr Buch „Schmetterlingstinte“ ist nun erschienen!
"Auf der anderen Seite"
Auf der anderen Seite
Durch die Veröffentlichung von „Schmetterlingstinte“ mache ich gerade eine spannende Wandlung durch, anders weiß ich es nicht zu beschreiben. Ich schreibe schon seit meiner Grundschulzeit, deshalb hat es immer mehr oder weniger zu meinem Leben gehört. Aber Bücher lesen? Es hat überraschend lange gedauert, bis ich mich fürs Lesen begeistern konnte. Wenn ich gerade darüber nachdenke, ist die Reihenfolge meiner beiden Leidenschaften wahrscheinlich recht ungewöhnlich. Geschichten schreiben, aber sie ungern lesen? Naja, zum Glück ist der Knoten vor einigen Jahren geplatzt. Aber es ist vergleichsweise nochnicht so lange her, dass ich meine Liebe für queere Bücher im Romance-Bereich entdeckt habe. Muss mitten in der Pandemie gewesen sein. Keine Ahnung, welches Buch es genau war, dafür sind es über die lange Zeit zu viele geworden. Um meine Liebe für Bücher zu teilen, habe ich angefangen, meine Leseerlebnisse über Social Media öffentlich zu machen. Dass ich selbst schreibe, war vor Ed und Will im Oktober 2021 gar nicht so ein großes Thema, es lief nebenbei her. Jetzt, wo ihre gemeinsame Geschichte veröffentlicht ist, stehe ich plötzlich auf der anderen Seite. Ich, die seit einiger Zeit für andere Autor*innen als Bloggerin tätig ist, bin nun diejenige, die ihr eigenes Werk in die Hand anderer gibt, um auf positive Rezensionen zu hoffen. Ich denke, dass dieser Perspektivwechsel bei „Schmetterlingstinte“ besonders schwierig für mich ist, immerhin ist es mein Debüt. Ich habe bisher nicht hundertprozentig verstehen können, warum die meisten Autor*innen, von denen ich vorab ein Exemplar bekommen habe, so nervös waren. Jetzt tue ich es. Nun bin ich es, die ihren Roman aus der Hand gibt und sich dem kritischen Blick der Leser*innen aussetzt. Ich dachte, ich hätte mich mittlerweile zumindest ansatzweise an dieses Gefühl gewöhnt, denn immerhin haben während der Überarbeitungsphase mehrere Augen zugesehen. Doch das hier ist vom Gefühl her etwas völlig anderes. Auch wenn ich mich wahnsinnig darüber freue, endlich auf der anderen Seite stehen zu dürfen und es kaum erwarten kann, Meinungen zu meinem Buch zu bekommen, bleibt es ehrlicherweise trotzdem ein wenig beängstigend.


